Es gibt immer einen Weg
Wir finden ihn

PFLICHTBONUS S. 433 v: Glossar-Ergänzung

Leider verschwand bei der Dateiumwandlung im Zuge der Drucklegung eine Seite des Glossars in den unendlichen Weiten der virtuellen Welt. Hier nun taucht sie wieder auf:

FU

Freie Universität in West-Berlin

Galabiya

andere Schreibweisen: Dschallabija, Gelabiya o.ä.: langes arabisch-ägyptisches Gewand ohne Kragen.

Geigenbänder

Hosenträger

Genosse

SED-Mitglieder waren Genossen. Darüber hinaus war es auch die vorgeschriebene Anrede für jeden NVA-Angehörigen. Die korrekte Anrede lautete dann Genosse+Dienstgrad. So kamen auch Bausoldaten zu der zweifelhaften Ehre, die „Genossen Bausoldaten“ zu sein. SED-Angehörige bei der NVA waren dann in doppeltem Sinne Genossen.

GMP

siehe auch APJ. Phantasieabkürzung, die den Unsinn des Abkürzungsfimmels der Armee-Sprache konterkarieren sollte. Schön, dass Sie nachschauen. Hat damals keiner bemerkt.

Gotteslob

Gesangbuch in der Katholischen Kirche. Die hier verwendete Numerierung ist inzwischen veraltet.

GWW

Gesellschaftswissenschaftliche Weiterbildung. Politunterricht – auch „Rotlichtbestrahlung“ genannt.

Gysi

siehe de.wikipedia.org unter Gysi, Gregor. War der zweite Bausoldaten-Anwalt, der das Erbe von Schnur mit übernahm. Siehe ansonsten im Wesentlichen unter „Schnur“.

Hansa-Keks

der Brot-und-Butter Keks der Zone, ähnliche Konsistenz wie Leibnitz-kekse. Wurden in Brand-Erbisdorf hergestellt und verschwanden mit dem Ende der DDR.

hochziehen

(auch zivil): In den Achtzigern Bezeichnung für „jemanden erwischen“. Wer hochgezogen wurde, hatte wirklich 'nen Zappen.

Hoffmann

siehe de.wikipedia.org unter Hoffmann, Heinz. War 1982/83 Minister für Nationale Verteidigung, also NVA-Chef.

Honecker

siehe de.wikipedia.org unter: Honecker, Erich, schoss selbst gern auf Säugetiere und ließ andere auf Menschen schießen.

Hundemarke

ein Aluminiumblech im Wehrdienstausweis. Im Todesfall sollte ein Kamerad das Blech in der Mitte an einer Sollbruchstelle durchknicken und so zerbrechen. Eine Hälfte hatte zwecks späterer Identifizierung bei der Leiche zu verbleiben. Die andere wurde zur Bestätigung des Verlustes zum Stab geschickt bzw. an die Verwandten zum Nachweis des Todes übergeben.

JG

Junge Gemeinde. Nicht verfasste Jugendgruppen innerhalb der Evangelischen Kirche.

Kahn

siehe: Bau

KD

siehe: Kettenhunde / in anderem Zusammenhang auch: Kreisdienststelle.

KDL

Kontrolldurchlassposten. Auch: Kontrolldurchlasspunkt. Siehe auch KDP. Die Wache am Eingang nebst Kasernentor und Personal.

KDP

siehe KDL

Keßler

siehe de.wikipedia.org unter Keßler, Heinz. War 1982/83 für die Bausoldaten verantwortlich.

Kettenhunde

eigentlich KD (Kommandantendienst). Armeepolizeistreife. Bezeichnung leitet sich von einer Kette her, die die Armeepolizisten im Dritten Reich „auszeichneten“. Kontrollierten oft in Zügen junge männliche Personen, die in Zivil reisten, aber den typischen Armee-Haarschnitt hatten.

KFD

Abkürzung für Kaspar Friedrich David oder einen beliebigen anderen Namen

Knast

siehe: Bau

Komplekte

eigentlich Marschverpflegung bzw. Notration, die jede Woche ausgewechselt wurde. Typisches NVA-Wort – gibt es nicht im Duden. Zur Komplekte gehörte – je nach Truppe und Erinnerung unterschiedlich: Eine große Büchse Atombrot, eine mittelgroße Büchse weiße oder grüne Bohnen, wahlweiße gelbe Erbsen, eine Fischbüchse, je eine kleine Büchse Schmalzfleisch, Leberwurst oder „Thüringer Rotwurst“, ein merkwürdiger „Camping-Tee“ mit integrierten Zitrone-Bestandteilen, eine Packung Panzer-Kekse und ein paar Papiertütchen mit Zucker bzw. Salz. Nicht zu vergessen, der notorische Chester-Käse. (Es gab auch einen Komplekte-Dosenöffner, der zusammenklappbar war und nichts taugte.) Ob dieser Vorrat tatsächlich jede Woche ausgewechselt wurde, weiß ich nicht mehr, kommt mir im Nachhinein nicht realistisch vor, da es sich ja um lang haltbare Dinge handelt.

Konsistorium

Eine Art kirchlicher Schreibstube mit geistig und geistlich beschränkten Aufgaben und deren Trägern, die bei Abwesenheit bischöflicher Durchsetzungsfähigkeit dazu neigt, sich als die eigentliche kirchliche Machtzentrale zu begreifen.

Konto F

kirchlich geführtes Konto zur Verbesserung der Versorgungslage der Wehrdienstverweigerer. Wofür das „F“ stand? Keine Ahnung. Vielleicht für „Friendensdienst“?

Kragenbinde

weißer einknöpfbarer Kragen für die Dienstuniformen. Wurde gern auf Reinheit kontrolliert.

KrAZ

wird im Text selbst zur Genüge beschrieben

Krefelder Appell

Aufruf der westdeutschen Friedensbewegung vom November 1980, die weitere NATO-Aufrüstung zu unterbinden und mit dem Osten Abrüstungsgespräche zu intensivieren. Prominente Unterzeichner: Martin Niemöller, Petra Kelly, Gert Bastian (ehemaliger Bundeswehr-General)

KU

Kurzurlaub: Freitag nach Dienst bis Sonntag 24:00 Uhr.

KVP

Kasernierte Volkspolizei. NVA-Vorläufer.

KW

Königs Wusterhausen

LKG

Landeskirchliche Gemeinschaft. Pietistische Gruppierung innerhalb der Evangelischen Kirche.