Es gibt immer einen Weg
Wir finden ihn

Licht und Luft dem Zinnwaldit.

Das Projekt aus dem Jahr 2015 wurde leider aus personellen Gründen nicht verwirklicht. Deshalb kann es hier als Beispiel dienen, um unsere Arbeitsweise aufzuzeigen.

Bei aktuellen Projekten ist uns dagegen die Diskretion unseren Kunden gegenüber wichtig.

Sie können von hier Ideen übernehmen. Wenn Sie allerdings für Ihr Projekt spezifische Lösungen suchen, sollten Sie uns lieber engagieren. Wir sind ungeahnt preiswert und finden immer einen Weg!



Träger des Projekts LICHT UND LUFT

  • Altenberger Tourismus & Veranstaltungs GmbH

  • Besucherbergwerk „Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald“

Ziele des Projekts  LICHT UND LUFT


  • Neuausrichtung des Museumskonzepts auf zweisprachiges Lernen von deutschen und tschechischen Kindern und Erwachsenen

  • Begegnungsstätte grenzübergreifender Verbindungen auf historischer Basis

  • Weiterentwickeln des Führungskonzeptes um nonverbale Erlebnisse vermittels Lichtarchitektur durch Einbau von moderner und energiesparender LED-Beleuchtung

  • Optimierung der Belüftungsmöglichkeiten des Besucherbergwerks durch Sanierung der bestehenden Anlage

  • Gewinnung von Wasserkraft zur Eigenenergieversorgung


Vorgehensweise des Projekts LICHT UND LUFT

  • Initiieren des Projekts

  • Aufbau einer Projektgruppe

  • Generierung von Fördermitteln

  • Durchführung


Basics zum Projekt LICHT UND LUFT

  • Vorhandensein eines gut geführten Bergbaumuseums

  • engagiertes Team im und hinter dem Museumsprojekt

  • Gemeinsame Traditionen in der Montanregion



Zugrundeliegende Beobachtungen zum Projekt LICHT UND LUFT

  • Das Bergbaumuseum orientiert sich derzeit noch am herkömmlichen Museums- und Führungsstil. Es hat die Potenz zu internationalem Niveau aufzuschließen

  • Auf der Tradition deutsch-böhmischer Begegnung unter Tage kann ein aktuelles Begegnungskonzept entwickelt werden, das die deutsch-tschechischen Beziehungen in den Rahmen eines zusammenrückenden Europas stellt

  • Innerhalb des letzten Jahrzehnts wurden spezielle Lichttechniken für Untertage entwickelt, die hier zur Anwendung gebracht werden könnten

  • Aus dem Umfeld des Museums selbst stammt die Idee, das Bergwasser zur elektrischen Energiegewinnung zu nutzen und damit den Eigenverbrauch des Museums (Licht und Belüftung) zu einem großen Teil zu decken. Überschüssige Energie kann verkauft werden, um damit den Bildungsauftrag des Museums finanzieren helfen.


Vorbemerkung zum Projekt LICHT UND LUFT

Bei einer Zusammenarbeit beider Kulturen – vertreten durch die tragenden und angrenzenden Gemeinden bzw. ihre Kinder- und Jugendarbeit – können beide Seiten lernen.

Auf deutscher Seite besteht dabei mit dem Besucherbergwerk „Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald“ eine projektkompatible Lokalität, mit entsprechend gut ausgebildetem Personalstamm. Auf tschechischer Seite ist ein entsprechend unterstützender Verein noch zu formieren.

Insbesondere gilt es – ganz im Sinne der zu fördernden europäischen Maßnahmen - die beiderseitigen Distributoren des Warenbereiches miteinander in Kontakt zu bringen. Das heißt für die deutsche Seite: Im Museumsbereich die Möglichkeit zum Vertrieb tschechischer Produkte zu schaffen.


Die Methodik des Projekts LICHT UND LUFT

Für das hier vorgestellte Projekt wird ganz wesentlich die Aufstellung der Projektgruppe sein. Um die Wirkungsweise dieser Gruppe und ihr Verhältnis zu der hier vorgestellten Idee deutlich zu machen, sei hier eine uralte Geschichte erzählt, deren Ursprung sowohl russische als auch deutsche und tschechische Märchenforscher für sich reklamieren.


Es war einmal ein Großvater, der hatte eine Rübe gepflanzt. Jeden Morgen ging er auf das Feld und sprach mit seiner Rübe:

Wachse mein Rübchen, wachse, werde groß und stark!

Manchmal schien die Sonne. Manchmal regnete es. Jeden Tag sah man Großvater aufs Feld gehen und mit der Rübe reden:

Wachse mein Rübchen, wachse, werde groß und stark!

Manchmal schneite es sogar noch im Frühjahr. Manchmal zogen Gewitter auf. Egal. Der Großvater ging auf das Feld und sprach mit seiner Rübe:

Wachse mein Rübchen, wachse, werde groß und stark!

Und das Rübchen wuchs und wuchs, bis es groß war und die Zeit der Ernte nahte.

Oh“, sprach der Großvater, „mein Rübchen ist groß geworden und muss nun wohl geerntet werden!“

Er fasste die Rübe oben am grünen Büschel und zog nach Leibeskräften daran.

Aber so sehr er auch zog und zog – die Rübe rühre sich nicht.

Großmutter“, rief der Großvater, „komm herbei und hilf mit ziehen!“

Großmutter eilte herbei und fasste Großvater hinten am Hosenbund.

Sie zogen und zogen, doch so sehr sie auch zogen – die Rübe rührte und ruckte sich nicht.

Enkelchen“, rief die Großmutter, „komm herbei und hilf mit ziehen!“

Enkelchen eilte herbei und fasste Großmutter hinten am Schürzenband.

Sie zogen und zogen, doch so sehr sie auch zogen – die Rübe rührte und ruckte sich nicht.

Hündchen“, rief das Enkelchen, „komm herbei und hilf mit ziehen!“

Hündchen eilte bellend herbei und fasste Enkelchen mit den Zähnen hinten am Hosenboden.

Sie zogen und zogen, doch so sehr sie auch zogen – die Rübe rührte und ruckte sich nicht.

Kätzchen“, rief das Hündchen, „komm herbei und hilf mit ziehen!“

Kätzchen eilte herbei und fasste Hündchen hinten am Schwänzchen.

Sie zogen und zogen, doch so sehr sie auch zogen – die Rübe rührte und ruckte sich nicht.

Mäuschen“, rief das Kätzchen, „komm herbei und hilf mit ziehen!“

Mäuschen eilte herbei und fasste mit seinen Zähnen Kätzchen hinten am Bein.

Sie zogen und zogen und plötzlich gab es einen Ruck -

und heraus war die Rübe!


Diese Geschichte gibt die Art und Weise des Vorgehens beim Projektaufbau vor:

A) Der Großvater – Modus

(Projektidee)

Der Großvater macht den Plan und bestellt das Feld. Er schafft die Voraussetzungen in lokaler und ideeller Weise und sät anschließend den Samen.

Zuallererst steht die Entwicklung der Projektidee, die hier als erste Grobplanung vorliegt. Zur Entwicklung gehören ein erster Konzeptaufbau und das Stecken eines finanziellen Rahmens.


B) Der Großmutter Modus

(Bilden von Entwicklungsgruppen)

Nach einer ersten Vorstellung der Idee in den örtlichen Medien wird sowohl in Altenberg-Zinnwald als auch in Cínovec jeweils eine Projektgruppe gebildet, die inklusive Protokollführung das Projekt begleitet. Neben einem öffentlichen Aufruf sollten gezielt Vertrauenslehrer, Gewerbetreibende und Eltern angesprochen werden, wobei die Vorteile einer frühen Mitarbeit aufgezeigt werden können. Hier werden weitere Ideen gesammelt und auf Durchführbarkeit getestet.


C) Der Enkel Modus

(Vernetzen von Entwicklungsgruppen)

Der nächste Schritt besteht in der Kontaktaufnahme der beiden Gruppen untereinander. Diese Treffen sollten gegebenenfalls von einer unabhängigen Kraft (z.B. von dem Lokalredakteur einer ortsansässigen Zeitung) moderiert werden.


D) Der Zupack Modus

(Ausbau der Strukturen)

Hier widerstrebt es, die Vergleiche weiter in die Einzelheiten zu führen, da es selbstredend zu Problemen führt, potentielle Mitarbeiter mit Tieren vergleichen zu wollen. Trotzdem ist die Lehre der Geschichte aufzugreifen: Ein großes Projekt kann nur gelingen, wenn viele mit anpacken und auch die kleinste Kraft nicht unterschätzt, sondern zur Mitarbeit bewogen wird.

Es handelt sich hier um die schwierigste und doch interessanteste Phase, weil das Projekt nur so in die Breite getragen und die Ausbeute gefördert wird.

A) Der Großvater-Modus des Projekts LICHT UND LUFT

Die gesamte Grobplanung ist in diesem Modus gehalten. Deshalb wird in diesem Erstentwurf nur auf dieser Ebene argumentiert. Die anderen Modi treten erst in Kraft, wenn das Projekt im Ganzen angeschoben sein wird und werden deshalb in dieser Grobplanung noch nicht weiter ausgeführt.

a) Das Kraftwerk

Um die Durchführung der übrigen Komponenten gewährleisten zu können muss das Projekt „von hinten“ aufgezäumt werden und als Erstes die Energiegewinnung der anfallenden Grubenwässer vorangetrieben werden.

Bei einem Durchlauf von durchschnittlich 15 Litern sauberen Wassers bei 25m nutzbarem Gefälle wären sowohl eine Francis- als auch eine Pelton-Turbine denkbar.

Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich bei gebrauchten und aufgearbeiteten Turbinen auf ca. 30.000 €.

Für die jährliche Wartung sollte man 3.000 € einplanen.

b) Die Beleuchtung

Der derzeitige Beleuchtungsstand ist technisch in gutem Zustand, in musealer Hinsicht allerdings eher archaisch. Das heißt: Die Möglichkeit des Lichts selbst zur Präsentation wird rein gar nicht genutzt. Die Beleuchtung der in Frage stehenden Objekte erfolgt nach dem Prinzip: „Licht drauf halten und gut“.

Was ein Beleuchtungskonzept ausrichtet, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Ausdrücklich wird hier auf die Sophienhöhle, einer Schauhöhle in der Fränkischen Schweiz verwiesen, an der der Autor dieses Konzeptes federführend mitgestaltet hat.

Neben diesen rein wirkungsoptimierten Effekten wäre es eine weitere Aufgabe der Lichtarchitektur, das Führungs-Anliegen zu unterstützen – z.B. die Blickrichtungen „automatisch“ zu leiten, und die wichtigen Themen zu untermalen. Besonders spezifische Themen des Bergwerks, die zum Teil sogar Alleinstellungsmerkmale sind, können so in den rechten Blickwinkel gerückt werden.  

So kann rein durch Lichttechnik auch das Thema „Zinnwaldit“ wesentlich besser herausgearbeitet werden.

Speziell hierzu empfiehlt sich übrigens auch ein eigener Flyer. Es ist für einen „Insider“ oft schwer nachvollziehbar, welche Schätze er verwaltet, weil für ihn das Außergewöhnliche ja das Normale ist.

Als Museum mit einem gewissen Geltungsanspruch kann dieses ortspezifische Mineral auch bildungstechnisch optimal „vermarktet“  werden.

c) Die Lüftung

Die derzeitige Lüftung ist nur bedingt ausreichend. Eine Erneuerung der Lüftungsanlage ist ohnehin geplant und stellt eigentlich ein separates Projekt dar. Insofern dies aber in die Frage der Energieausbeute einzubeziehen ist, ist natürlich die Frage der Belüftung, insbesondere die Fragen der Anlagengröße und des voraussichtlichen Verbrauchs bzw. der gefragten Verbrauchs-Zeiten mit dem Energiegewinnungsprojekt zu verlinken.

c) Die Sprache

Das Haupthindernis des europäischen Zusammenwachsens sind nur scheinbar die differierenden kulturellen Traditionen und Gepflogenheiten. Das Haupthindernis sind die verschiedenen Sprachen, die natürlich ihrerseits auch wieder die regionalen Eigenheiten begründen und charakterisieren. Bislang gelingt es, wenngleich zunehmend, nur einer kulturellen Elite aufgrund von Mehrsprachigkeit diese virtuellen Grenzen zumindest teilweise zu überwinden, wobei sich die Dominanz des Englischen trotz eklatanter Widerstände zumindest der frankophonen Bevölkerungsteile als Lingua franca durchzusetzen scheint.

Zumindest bei unmittelbar benachbarten Kulturen wäre es eine Ergänzung und Bereicherung, das Erlernen der gegenseitigen Sprachen zumindest bis zum Grad der allgemeinen Verständigung voranzutreiben. Dazu kann ein Museum, das in Grenznähe angesiedelt, zudem noch eine Tradition thematisiert, die beiden Ländern gemeinsam eigen ist, einen bedeutenden Beitrag leisten. Es ist geradezu dafür prädestiniert.

Ein erster Schritt wäre die Hinzuziehung eines tschechischen Experten aus dem Montanbereich für die Überarbeitung des Museumskonzepts.  

Ein zweiter Schritt die zweisprachige (wenn man eine gewisse Internationalität anstrebt, eigentlich unter Einbeziehung des Englischen dreisprachige) Ausgestaltung der Beschriftungen und Broschuren des Museums, wobei da einige Schriften schon in die richtige Richtung zielen ( z.B. The Mining Cultural Landscape Erzgebirge).

Der dritte Schritt besteht in der Ausbildung eines oder mehrerer Tschechisch sprachiger Führer, dem Angebot regelmäßiger Führung in tschechischer Sprache und der Akquise von tschechischen Ziel- und Reisegruppen.

d) Eine gewachsene Handelsstruktur: Das Paschen

In dem bisherigen Museumskonzept kommt immer wieder der Begriff des „Paschens“ vor. „Paschen“ ist der informelle Warenaustausch im kleinen Grenzverkehr, der in allen Fällen eine Bereicherung des Wirtschaftslebens darstellte. Im gewöhnlichen Sprachgebrauch verwendet man den, mit einer pejorativen Note versehenen Begriff des „Schmuggelns“.

Bei einem überarbeiteten Museumskonzept nun könnte diesem Moment des Privathandels ein verstärktes Augenmerk gewidmet werden, z.B. indem man an der entscheidenden Schnittstelle deutsch-tschechischer Beziehungen unter Tage in der „Schwarzwänder Weitung“  den Besuchern der Bezug von Pasch-Ware angeboten wird.

Auch wenn dies heute natürlich streng legitim ablaufen sollte, hätte allein die Aura, auf den Spuren der alten Pascher zu wandeln, für viele Besucher einen besonderen Reiz.

So könnte der Museumsshop 5% seiner Warenbestände aus tschechischen Spezialitäten zusammensetzen, die dann unter Tage, quasi zollfrei, zu einem etwas günstigeren Preis angeboten werden.

Dieser Aspekt lässt sich, bei entsprechendem Anklang noch weiter ausbauen.